bmk Gruppe

Bio- und Geologie im Steinbruch

Die bmk Gruppe begrüßt am Standort Talheim eine Teilnehmergruppe des Lesersommers der Heilbronner Stimme. 20 Teilnehmende erkunden das Steinbruchgelände aus einer völlig neuen Perspektive. Der Zoologe Jochen Roeder und der Geologe Johannes Roos führen die Gruppe durch das Gelände und beleuchten den Lebensraum Steinbruch. Dabei wird auch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Steinbrüche in der Region Heilbronn und Hohenlohe erörtert.

13.08.2024

Stimme Lesersommer-Gruppe bei der Führung durch das Gelände in Talheim.

Welcome-Szenerie am Verwaltungsgebäude der bmk Gruppe. Für Sicherheit wird immer gesorgt.

Am höchsten Punkt: Catering-Station auf Streuobstwiese vor dem bmk Weinberg mit herrlichem Ausblick über das Gelände.

Transformation: links Gweinnungszone, rechts Auffüllung und Renaturierung sowie – kultivierung.

Wir sind alle auf STONE

Egal, wo wir uns im Alltag bewegen – ob wir stehen oder uns drehen – wir stehen stets auf Produkten aus der Erden- und Steinindustrie. “Gehen Sie gedanklich einmal in Ihr Zuhause. Stellen Sie sich Ihr Haus, Ihre Wohnung oder Ihren Lieblingsraum vor. Und jetzt stellen Sie sich vor, dass alle Produkte, die aus Stein bestehen, plötzlich verschwinden. Was bleibt übrig?” Mit dieser einleitenden Frage verdeutlichte Jochen Roeder, wie elementar der Rohstoff Stein für unsere Gesellschaft ist. Ohne Stein gäbe es kein Dach, keine Wände, keine Fenster, kein Fundament, keine Keramik im Bad, keine Kaffeetasse, keinen Spiegel, keine Kanalisation und sogar keine Zahnpasta usw. Tatsächlich benötigt jeder Mensch etwa ein Kilogramm Steine pro Stunde – eine erstaunliche Tatsache.

Zoologe Jochen Roeder

Faunistische Beobachtungen

Im Rahmen der Vorbereitung einer Steinbruchführung fand eine Begehung statt. Dabei wurden beeindruckende faunistische Beobachtungen gemacht, die teilweise fotografisch festgehalten wurden. Im Folgenden sehen Sie verschiedene Reptilien und Amphibien, Libellen, Heuschrecken und Vögel.
Wir können es nicht garantieren, aber mit etwas Glück machen Sie bei unseren Führungen selbst spannende faunistische Entdeckungen. Eine Buchung einer Gruppentour lohnt sich auf jeden Fall.
Steinbrüche schaffen sowohl dauerhafte als auch temporäre Lebensräume, die in der Natur immer seltener werden. Viele Tiere profitieren von diesen geschützten Gebieten, und seltene Arten finden hier ein sicheres Zuhause.

Unzählige Eidechsen und verschiedene Eidechsenarten leben munter im Lebensraum Steinbruch. Die vielfältigen Strukturen und Mikrohabitate bieten ideale Bedingungen für diese Tiere. Die steinigen Flächen, Ritzen und kleinen Höhlen im Steinbruch bieten hervorragende Verstecke und Wärmequellen. Diese Umgebung schafft nicht nur optimale Bedingungen für die Aufzucht der Nachkommen, sondern auch für die Nahrungsaufnahme, da viele Insekten und andere kleine Beutetiere hier heimisch sind. In solch einem abwechslungsreichen Habitat finden Eidechsen ausreichend Schutz vor Fressfeinden und können sich bestens entwickeln.

Lösslehmwände sind wichtige Lebensräume für Bienenfresser (Merops apiaster). Diese Vögel nisten in Höhlen, die sie in steilen, lehmhaltigen Wänden oder Böschungen graben. Lösslehmwände bieten ideale Bedingungen für die Bienenfresser, da der weiche, lockere Lehm leicht zu bearbeiten ist und stabile, lange Tunnel für ihre Nistplätze ermöglicht.

Bienenfresser sind bekannt für ihr prächtiges Gefieder in leuchtenden Farben, darunter Grüntöne, Gelb, Blau und Rostrot. Ihr markantes Aussehen macht sie leicht erkennbar. Wie der Name schon sagt, ernähren sich Bienenfresser hauptsächlich von Bienen, aber auch von Wespen, Hornissen und anderen Insekten.

Wildbienen sind eine vielfältige und wichtige Gruppe von Insekten, die eine wesentliche Rolle in Ökosystemen und für die Bestäubung spielen. Es gibt weltweit über 20.000 bekannte Wildbienenarten, die in verschiedenen Lebensräumen vorkommen. In Europa sind rund 2.000 Arten heimisch.

Wildbienen sind Schlüsselbestäuber für viele Pflanzenarten. Ihre Bestäubungsarbeit ist entscheidend für die Biodiversität und die Produktion von Obst, Gemüse und anderen Nutzpflanzen. Sie tragen zur Aufrechterhaltung der biologischen Vielfalt bei, indem sie eine Vielzahl von Pflanzenarten bestäuben und so deren Fortpflanzung ermöglichen. Die Zerstörung und Veränderung von Lebensräumen durch Landwirtschaft, Urbanisierung und industrielle Aktivitäten bedroht viele Wildbienenarten.

Reiher sind vor allem Fischfresser, aber sie ernähren sich auch von anderen Wassertieren wie Amphibien, Reptilien, Insekten und kleinen Säugetieren. Ihre lange Schnabelform hilft ihnen, Beute im Wasser oder Schlamm zu fangen.

Der Südliche Blaupfeil ist eine sehr aktive und flugfreudige Libelle. Sie ist oft in der Nähe von Wasserflächen zu beobachten, wo sie nach Beute jagt oder sich sonnt. Die Fortpflanzung erfolgt in der Nähe von Wasser, wo das Weibchen ihre Eier ins Wasser ablegt. Die Larven entwickeln sich im Wasser und können mehrere Monate bis Jahre benötigen, um sich zu entwickeln, bevor sie als Imago schlüpfen.

Die Feuerlibelle ist eine sehr aktive und agile Libelle, die häufig in der Nähe von Wasserflächen beobachtet werden kann. Sie ist oft in der Nähe von Pflanzen oder auf Sonnenplätzen zu sehen, wo sie sich sonnt und nach Beute jagt.

Punktierte Zartschrecke: Die auffällige Punktierung auf ihrem Körper dient als Tarnung in ihrer Umgebung, indem sie die Zartschrecke vor Räubern versteckt. Die Punktierung hilft, die Konturen des Körpers zu verwischen und das Insekt besser in der Umgebung zu verbergen.

Kaulquappen leben in stehenden oder langsam fließenden Gewässern wie Teichen, Seen, Tümpeln und manchmal in feuchten Gräben. Diese Gewässer bieten die notwendige Umgebung für ihre Entwicklung.

Der Braune Grashüpfer ist in der Regel braun bis graubraun gefärbt, was ihm eine gute Tarnung in trockenen und vegetationsarmen Lebensräumen ermöglicht. Die Färbung kann je nach Umgebung variieren und ist oft mit dunkleren Flecken oder Streifen versehen. Die Körperlänge liegt typischerweise zwischen 2,5 und 4 cm. Der Grashüpfer hat eine robuste und kompakte Statur.

Die blauflügelige Sandschrecke ist bekannt für ihre markanten blauen Flügel, die in der Regel ein auffälliges, kräftiges Blau aufweisen. Der Körper selbst kann grünlich oder braun gefärbt sein, oft mit einer Marmorierung oder Zeichnung, die der Tarnung dient.

Der Nachtigallgrashüpfer bevorzugt trockene und warme Umgebungen mit ausreichender Vegetation, die ihm Deckung und Nahrung bieten. Er ist ein Pflanzenfresser, der sich von Blättern, Stängeln und Blüten ernährt.

Geologische Schmankerl

Ein Blick in die geologische Vergangenheit offenbart faszinierende Entdeckungen im und auf dem Steinbruchgelände. Der Muschelkalk bildete sich in der Triaszeit. Die Triaszeit, die vor etwa 250 bis 200 Millionen Jahren stattfand, ist eine geologische Periode, in der die ersten Dinosaurier erschienen und die Kontinente begannen, sich zu formen. Diese Ära zeichnet sich durch bedeutende klimatische und biologische Veränderungen aus, die das Leben auf der Erde nachhaltig prägten.

Geologe Johannes Roos

Unterschiedliche Farbe des Lösslehms lässt auf eine Klimaveränderung schließen. Vor ca. 115.000 Jahren war das Ende der letzten Warmzeit (dunkel) und der Beginn der letzten Kaltzeit (hell) des Eiszeitalters.

Die genaue zeitliche Datierung der „Störung“ oder „Verwerfung“ ist nicht ohne Weiteres möglich. Sie hängt jedoch vermutlich mehr oder weniger mit der Auffaltung der Alpen (die vor etwa 140 Millionen Jahren begann) und der damit verbundenen Bildung des Oberrheingrabens zusammen.

Gefundener Zahn eines Mastodonsaurus. Der Mastodonsaurus war ein riesiger, krokodilähnlicher Temnospondyl, ein früher Vertreter der Amphibien, der vor etwa 240 bis 210 Millionen Jahren lebte.

Ammoniten sind ausgestorbene Meereslebewesen, die zur Klasse der Kopffüßer (Cephalopoda) gehören, zu der auch heutige Tintenfische, Kraken und Nautilusse zählen. Sie lebten von etwa 400 Millionen Jahren bis zum Ende der Kreidezeit vor etwa 66 Millionen Jahren, als sie zusammen mit den Dinosauriern ausstarben.

So oder ähnlich könnten die Ammoniten ausgesehen haben.

Muschelkalk-Seelilien, auch als Crinoiden bekannt, sind fossile Überreste von Meerestieren, die zur Klasse der Stachelhäuter (Echinodermata) gehören.

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